Gebäudetechnik_Klinik_Gebäudeautomation_Krankenhaus
Klaus Krätzer,
26.08.2021
TGA

Starke Technik schützt schwache Patienten

Wer in einer Klinik behandelt werden muss, hat meistens genug mit der eigenen Rekonvaleszenz zu tun. Auch das Pflegepersonal hat Wichtigeres im Sinn, als sich um Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Brandschutz oder Bettenmanagement zu kümmern. Das kann man heute getrost der Gebäudetechnik überlassen – wenn man auf ein integratives Technologiekonzept und einen verantwortungsvollen Systempartner setzt.

Gebäudeautomation ist das Rückgrat …

… für einen effizienten und reibungslosen Betrieb, das gilt ganz besonders für Kliniken. Intelligente Technik kann ihren Beitrag dazu leisten, dass weder Patienten noch Pflegepersonal unnötigen Belastungen oder Risiken ausgesetzt sind. Auf Basis der Gebäudeautomation lassen sich Maßnahmen ergreifen, die Reizungen und Infektionen durch hohe Raumluftqualität und die richtigen Druckverhältnisse verhindern. So kann zum Beispiel durch gezielte Erzeugung von Unterdruck das Ausströmen kontaminierter Luft verhindert werden.

Studien haben zudem gezeigt, dass eine optimal geregelte Raumtemperatur einen überaus positiven Einfluss auf den Heilungserfolg hat. „Krankenhäuser und Pflegeheime müssen so umgebaut werden, dass die Räume nicht mehr überhitzen können“, meint der Bundesgesundheitsminister. Das Gesundheitsministerium brauche ein eigenes „Klimabudget“.¹

Gebäudeautomation spart Energie. So ist es auch kein Wunder, dass in der Neuauflage der Europäischen Gebäuderichtlinie EPBD von 2018 für den Betrieb größerer Nichtwohngebäude ab 2025 maßgebliche Funktionen der Gebäudeautomation vorgeschrieben sind.² Dies betrifft Liegenschaften mit einer installierten Leistung von 290 kW bei der Heizung oder der Klima- und Lüftungsanlage, sofern dies technisch und wirtschaftlich möglich ist. Ihre ganze Kraft entfaltet die Gebäudeautomation, wenn mehrere Funktionen in einer digitalen Plattform zusammengefasst sind.

Das System Gebäudetechnik kann aber noch viel mehr: Es kümmert sich um die Beleuchtung ebenso wie um das Betten- und Beförderungsmanagement. Es verhindert den Zugang Unbefugter und damit den Eintrag von Keimen. Es ortet orientierungslose Patienten und sorgt mit einer Sprachverbindung im Pflegeruf dafür, dass jeder Patient sofort eine Reaktion auf seine Anliegen erhält.

Für die Sicherheit in Klinikgebäuden mindestens genauso wichtig wie die Gebäudeautomation ist die Brandschutztechnik: Sprinkleranlagen sollten Standard sein. Beim Umbau eines ehemaligen OP-Gebäudes in der Berliner Charité wurde sogar eine Hochdrucknebellöschanlage installiert.

Die Uniklinik Heidelberg ist Vorreiter …

… wenn es um die Gebäudeautomation geht: Im Neubau der Chirurgischen Universitätsklinik, mit 16 OP-Sälen, davon zwei Hybrid-OPs, und 313 stationären Betten, haben wir von Caverion ein integriertes Gesamtsystem installiert, die komplexe Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR), von der Planung über die Programmierung bis zur Inbetriebnahme. Die MSR-Technik umfasst 33 Informationsschwerpunkte mit etwa 16.500 Hardware-Datenpunkten sowie 21.000 Bacnet-Objekten. Außerdem wurden etwa 400 Einzelraumregelungen für Büros, Behandlungszimmer und Technikräume installiert.

Wenn wir von Caverion eine Gebäudeautomation für ein Klinikum planen und umsetzen, dann gelten in puncto Hygiene, Sicherheit, Brandschutz oder Evakuierung strengste Kriterien. Wie bei allen anderen Projekten, sind wir uns auch hier unserer besonderen Verantwortung bewusst. 

Gebäudetechnik in Kliniken muss jederzeit einsatzbereit sein. Das verlangt zuverlässige Technik, noch zuverlässigere Wartung und ein Störfallmanagement, das bei Bedarf sofort zur Stelle ist. Wir wollen das perfekte Umfeld schaffen, damit das im Vordergrund stehen kann, worauf es wirklich ankommt: die Heilung und Versorgung.

 

Über den Autor

 
Klaus Krätzer
Klaus Krätzer
Leitung Kompetenzteam Automation
Seit über 30 Jahren ist Klaus Krätzer fasziniert von der Gebäudeautomation. Und er weiß, was die Zukunft bringt: Smart Buildings. Mit seiner Erfahrung und Leidenschaft setzt er sich dafür ein, dass Gebäude für Nutzer und Umwelt intelligent betrieben werden können.