Brandschutz in Kliniken: Sprinkleranlagen sollten überall Standard sein
Michael Tobias,
09.05.2019
TGA

Brandschutz in Kliniken: Sprinkleranlagen sollten überall Standard sein

Gehbehinderte oder bettlägerige Patienten im Brandfall zu evakuieren ist schwierig und zeitaufwändig. Umso wichtiger ist gerade im hochsensiblen Klinikbereich eine wirkungsvolle aktive Löschtechnik.

Wer ins Krankenhaus muss …

… schwebt nicht selten zwischen Hoffen und Bangen: Wird die Operation gut gehen? Werde ich wieder gesund? Wird es Komplikationen geben? Wer gerade aus dem OP geschoben wird, hat sicher andere Sorgen als Brandschutz. Dabei ist das Risiko eines Feuers im Krankenhaus durchaus präsent: Mehr als 50 Mal brannte es zum Beispiel in den Jahren 2013 und 2017 in deutschen Kliniken. [1] Mehr als 19 Millionen Patienten wurden 2017 in Krankenhäusern stationär behandelt [2] – und dabei meist einem unnötig hohen Brandrisiko ausgesetzt. Die Brandursachen sind vielfältig und reichen vom heimlichen Rauchen über die klassischen technischen Brandlasten durch die große Dichte an elektronischen Geräten.

Man mag sich kaum ausmalen, was passiert, wenn bei einem Feuer die Patienten in Sicherheit gebracht werden müssen. Treppen oder Aufzüge scheiden bei der Evakuierung aus. Wer nicht aufstehen kann, muss mitsamt seinem Bett hinter den nächsten Brandabschluss geschoben werden. Horizontale Evakuierung heißt das im Fachjargon. In der Praxis bedeutet dies einen Bettenstau im Gang – während sich ein Entstehungsbrand derweil ungehindert ausbreitet.

Wer ein Sprinklersystem einplant …

… ist als Konstrukteur und Betreiber in jedem Fall auf der sicheren Seite. Mehr als 80 Prozent aller Entstehungsbrände konnten 2017 mit 1 – 2 Sprinklern gelöscht werden, stellt der bvfa (Bundesverband Technischer Brandschutz e.V.) in einer Statistik fest [2]. Deshalb rät der bvfa in einem Positionspapier eindringlich zu einem dem Risiko angepassten, aktiven Brandschutzkonzept in Kliniken: „Hierbei unterstützen Sprinkleranlagen und bilden einen wesentlichen Baustein zur Sicherstellung eines Personen- und Sachwertschutzes.“ [2]

Die Technik dafür steht in jedem Fall bereit: So gibt es spezielle Sprinklertypen, die – basierend auf dem Regelwerk des VdS (VDS 2896) – für derartige Schutzziele besonders geeignet sind. Diese zeichnen sich je nach Größe der Schutzfläche und angepasstem Wasserbedarf durch geringen Installationsaufwand und daraus resultierend durch geringe Folgeschäden aus.

Brandlasten gibt es in der Klinik natürlich nicht nur im medizinischen Bereich, sondern auch in Rechenzentren und Küchen oder auf Hubschrauberlandeplätzen. Dementsprechend können auch Sprühwasser-, Wassernebel-, Schaum- oder Gas-Löschanlagen zum Einsatz kommen.

Wir von Caverion sind derselben Meinung wie der bvfa: Beim aktiven Brandschutz in Kliniken gibt es noch Luft nach oben. Wir sollten alle technischen Möglichkeiten nutzen, um Patienten, Ärzte und Klinikpersonal zu schützen.

 

Text: Eva-Maria Beck, Illustration: Thomas Hardtmann

Quellen: [1] bvfa Schadensstatistik „Brände in Krankenhäusern“; [2] bvfa „Sprinkleranlagen in Krankenhäusern“