Nur noch schnell die Welt retten? Und das sogar auch betriebswirtschaftlich sinnvoll?
Andreas Blassy,
13.12.2018
Energie

Nur noch schnell die Welt retten? Und das sogar auch betriebswirtschaftlich sinnvoll?

„Weit entfernt davon, eine fundamentale Bedrohung für die Wirtschaft zu sein, …

… erzeugt Klimaschutz neue Industrien, neue Märkte, mehr Arbeitsplätze und weniger Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen.“ UN-Generalsekretär António Guterres sieht die Zukunft eher optimistisch [1]Wer in energieeffiziente Technologien investiert, rettet unseren Planeten – und kann dabei sogar reich werden.

Die Kohlendioxid-Uhr beim Klimaforschungsinstitut MCC [2] in Berlin tickt da ein wenig anders: Wollten wir die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad beschränken – hätten wir schon vor Wochen alle unsere CO2 produzierenden Autos, Heizungen und Industrien abschalten müssen.

Deutschlands Populisten raten ohnehin eher dazu, das Problem Klimawandel komplett zu ignorieren: Man glaube nicht „dass der Mensch dazu viel beitragen kann“. [3]

Alles bald in Ordnung? Sowieso alles verloren? Eh' alles wurscht? Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, irgendwo dazwischen, auch in der technischen Gebäudeausrüstung und im Facility Management. Wer sein Betriebsgebäude energetisch saniert, wird damit sicherlich die Welt nicht retten, und er wird damit vielleicht auch nicht unbedingt reich werden. Aber er macht sich ein Stück unabhängiger vom chronisch nervösen Energiemarkt – und leistet seinen Beitrag zur Sicherung unser aller Zukunft.

Denn Tatsache ist doch: Rund 27 Prozent des Endenergieverbrauchs entfallen auf den Gebäudebestand, davon fast 37 Prozent auf gewerbliche und öffentliche Gebäude[4] Rund ein Drittel aller in Deutschland ausgestoßenen Treibhausgase [5] entstehen, weil wir Bauwerke heizenkühlen oder lüften. Weltweit sind es laut World Economic Forum/Boston Consulting Group rund 30 Prozent, die der Gebäudeindustrie zugeschrieben werden. Hier ist in puncto Energieeinsparung also noch jede Menge Luft nach oben.

Als Unternehmer und Entscheidungsträger …

… ist man da schon ein wenig in der Zwickmühle: Natürlich will man unseren Lebensraum für künftige Generationen erhalten – aber man muss eben auch seine Kosten im Auge behalten, man muss konkurrenzfähig bleiben, man muss die Interessen der Kapitalgeber beachten. Und weil niemand mit Sicherheit sagen kann, wie sich die Energiepreise entwickeln werden, bleibt die Entscheidung für die Solaranlage auf dem Dach oder die Wärmepumpe im Keller letztlich immer auch eine unternehmerische.

Da geht es uns bei Caverion nicht anders. Wir sehen uns nicht als Klimapolitiker, sondern vor allem als Dienstleister. Wir entwickeln Konzepte und Lösungen, die praxisgerecht und nachhaltig tragfähig sind. Nicht alles, was heute technisch möglich ist, ist wirtschaftlich sinnvoll; nicht alles, was man dem Kunden verkaufen könnte, würde ihm langfristig nützen.

Bei Gesetzen und Vorschriften stehen die Zeichen allerdings klar auf Energieeinsparung: Die neue Europäischen Energieeffizienzrichtlinie für Gebäude zum Beispiel verlangt eine kontinuierliche Reduzierung des CO2-Footprints[6] Und zum Glück hat António Guterres ja auch irgendwo Recht: Klimaschutz ist keine Bedrohung für die Wirtschaft. Betriebswirtschaftlich sinnvoll eingesetzt, sind energiesparende Technologien und alternative Energien der richtige Weg – ein Weg, den auch unsere Kinder noch weiter gehen können.

 

Text: Eva-Maria Beck, Illustration: Thomas Hardtmann

Quellen: [1] Wirtschaftswoche[2] MCC, Berlin[3] ZDF Sommerinterview; [4] dena-Gebäudereport Kompakt, 2018; [5] Stiftung 2Grad[6] Europäischer Rat