Arbeitsschutz auf Baustellen – Arbeitsunfälle mit gezielten Maßnahmen verhüten
Franz Wudy,
21.11.2018
Ausbildung

Arbeitsschutz auf Baustellen – Arbeitsunfälle mit gezielten Maßnahmen verhüten

Das Betreten der Baustelle …

… birgt bekanntermaßen immer ein gewisses Risiko. Es ist schon paradox: Wer Gebäudetechnik installiert, die uns warnt und schützt, bringt sich dabei selbst in Gefahr. Wo gebaut und montiert wird, muss mit scharfen und teilweise schwer handhabbaren Werkzeugen gearbeitet werden – in einer Umgebung, die erst durch neue gebäudetechnische Anlagen sicher gemacht werden soll, es aber noch nicht ist. Und was für die Errichtung von Gewerken wie Brandschutz, Elektro oder Lüftung gilt, gilt natürlich auch für ihre Wartung und Modernisierung.

Unachtsamkeit, Fehler im Umgang mit Werkzeugen oder Maschinen, Fehleinschätzung kritischer Situationen, Unerfahrenheit, Missachtung von Sicherheitsvorschriften – aber auch der zunehmende zeitliche Druck: Allesamt Gründe, die das Unfallrisiko auf Baustellen und im Facility Management erhöhen: Rund 103.800 Arbeitsunfälle wurden von der BG Bau (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft) 2017 gemeldet – mehr als 18.500 weniger als noch vor einem Jahrzehnt. Für 88 Menschen endete der Arbeitsunfall auf der Baustelle tödlich – das sind leider 15 mehr als im Jahr zuvor. Ein Schwerpunkt im Unfallgeschehen waren 2017 laut BG Bau die über 21.000 Sturz- und Absturzunfälle – auch schon aus geringen Höhen. Insgesamt machte das 20,5 Prozent der Arbeitsunfälle aus. 37,5 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle hatten Abstürze als Ursache. Unfallursache und Risikofaktor Nummer eins ist dabei menschliches Versagen.

Die Sicherheit von Mitarbeitern und Vertragspartnern …

… nehmen wir sehr ernst; das schlägt sich auch sehr deutlich in der Unfallstatistik nieder: 3,4 Arbeitsunfälle pro Million geleisteter Arbeitsstunden (Zeitraum 01/18 bis 09/18) mussten wir bei Caverion registrieren – der Durchschnittswert in der Baubranche ist mit 31 Unfällen bei gleicher Arbeitsleistung fast zehn Mal höher. Bei den Berufsgenossenschaften werden Unfälle überdies nur registriert, wenn der Mitarbeiter danach für drei Tage oder mehr ausfällt. Wir listen Arbeitsunfälle bereits nach dem ersten Ausfalltag.

Wir geben klare Arbeitsschutz-Zielvorgaben im Facility Management und auf Baustellen. Wir verfolgen konsequent die Unfallstatistik an unseren einzelnen Standorten. Für die Umsetzung sind vier hauptamtliche Sicherheits-Fachkräfte und etwa 300 Sicherheitsbeauftragte vor Ort im Einsatz.

Das beste Mittel im Kampf gegen Arbeitsunfälle ist Prävention: Es gilt, mit Newslettern, Arbeitsschutzkampagnen, regelmäßigen Sicherheitsbegehungen, Sicherheitsschulungen und Abstellen von kritischen Situationen,  Mitarbeiter und Partner gesund und sicher zu ihren Familien zurück zu bringen. Da kann man ruhig schon mal Handzettel auf dem stillen Örtchen aufhängen – damit sie auch wirklich jeden erreichen.

Denn wenn sich damit auch nur ein weiterer Arbeitsunfall vermeiden lässt, hat sich der Einsatz aller Beteiligten mehr als gelohnt.

 

Text: Eva-Maria Beck, Illustration: Thomas Hardtmann