Schnittstellen überall – na und? Auf die Koordination kommt es an!
Hartmut Hölzel,
21.11.2019
TGA

Schnittstellen überall – na und? Auf die Koordination kommt es an!

Wo verschiedenste Technologien, Gewerke und Installationsbetriebe aufeinandertreffen, da klemmt und zwickt es schon mal. Wohl dem, der von Anfang an integrativ plant, Schnittstellen eindeutig definiert und fixiert und im Anschluss diszipliniert Schritt für Schritt ausführt. Aber auch wenn es einmal im Projekt nicht rund läuft, sind Schnittstellenprobleme durchaus lösbar.

Der Turmbau zu Babel …

… ist ein oft bemühtes Bild, wenn es um Verständigungsschwierigkeiten aller Art geht. Aber gerade in der Gebäudewirtschaft ist der alttestamentarische Wirrwarr aktueller denn je. Je größer die Bauvorhaben, desto mehr Gewerke sind beteiligt und desto mehr verschiedene Anlagen und Standards werden installiert. Das wird gerade in Zeiten vernetzter und intelligenter Gebäudeautomation immer mehr zum Problem. Werkelten früher Heizung, Klimatechnik, Sanitärtechnik, Elektro, Gebäudeautomation, Brandschutz und Videoüberwachung weitestgehend autark nebeneinander her, müssen heute alle Daten in einer Zentrale zusammenlaufen und miteinander verknüpft werden. Nur so sind intelligente Gebäude möglich, die den aktuellen Sicherheitsstandards und Energievorschriften entsprechen. So kann heute zum Beispiel die Beleuchtungstechnik mit einem Farbwechsel auf einen unautorisierten Zugangsversuch reagieren; und Überwachungskameras richten sich automatisch auf die Stelle aus, an der ein Brandmelder einen Alarm ausgelöst hat.

Das funktioniert natürlich nur, wenn eines zum anderen passt. Es gibt zwar mittlerweile schon eine Reihe von Schnittstellenstandards, die Kommunikations- und Anschlussprobleme verhindern sollen, aber der Teufel steckt halt im Detail.

Die Probleme beginnen ganz trivial bei unterdimensionierten Einspeiseklemmen oder zu kleinen Ventilatoren. Nicht nur bekannte Großprojekte haben zudem mit dem Gedränge in Kabelkanälen oder abgehängten Decken zu kämpfen. Wer wo was verlegen darf, wie dick das ankommende Kabel ist, das sind Parameter, die vor dem Start der Installation genau geregelt werden müssen.

Richtig kompliziert kann die Sache werden, wenn es gilt, unterschiedliche Bussysteme und Kommunikationsprotokolle zusammenzuführen. Anlagenkennzeichnungsschlüssel müssen durchgängig durch alle Gewerke geklärt, Schlechtpunkte für die Pumpensteuerung definiert und Zuständigkeiten bei Netzwerken und Einrichtung von IP-Adressen geregelt werden.

Die Liste der Schnittstellenprobleme ließe sich noch endlos fortsetzen – letztlich laufen sie jedoch immer darauf hinaus, dass das Ganze eben doch weit mehr ist als die Summe seiner Einzelteile.

Die Planung eines intelligenten Gebäudes …

… braucht eben ihre Zeit, das wird bei vielen Projekten einfach vergessen. Oft macht man dann den zweiten Schritt vor dem ersten: Die Ausführung beginnt, noch bevor die Planung abgeschlossen ist. Schnittstellenbetrachtung – geschweige denn Schnittstellenkoordination? Fehlanzeige! Die vermeintlich eingesparte Zeit geht dann doppelt und dreifach durch Nachbesserungsmaßnahmen wieder verloren.

Wir von Caverion gehen da Schritt für Schritt vor, mit intelligenten Tools und anerkannten Planungsstandards. Wir wissen, welche Systeme zusammenpassen und welche nicht, wir kennen den Markt und die Rahmenbedingungen, wir können verschiedene Szenarien simulieren und dann, gemeinsam mit dem Kunden die richtige Lösung finden. Wer uns mit der Planung und Ausführung betraut, hat also gleich ein paar Schnittstellenprobleme weniger.

Der Turmbau zu Babel ist bekanntlich endgültig gescheitert: Aufgrund unüberwindlicher Kommunikationsprobleme zerstreuten sich die Beteiligten schließlich in alle Richtungen. Das muss bei heutigen Bauprojekten nicht sein. Auch wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen, respektive im Gebäude die babylonische Systemverwirrung ausgebrochen ist, kann man uns noch zu Hilfe rufen – quasi als Integrations-Feuerwehr. Wir analysieren dann das bestehende System und erarbeiten Konzepte, die passend machen, was noch nicht passend ist. Und wir gehen erst wieder, wenn’s wirklich rund läuft – versprochen!

 

Über den Autor

 
Hartmut Hölzel
Hartmut Hölzel
Niederlassungsleiter
Planen, bauen, betreiben – als Niederlassungsleiter ist Hartmut Hölzel ein Organisationstalent und kennt sich bestens im Tagesgeschäft eines Gebäudetechnikspezialisten aus. Sie sind interessiert an einem weiteren Austausch? Vernetzen Sie sich ganz einfach über das LinkedIn-Icon mit Hartmut.
 
 

Text: Eva-Maria Beck, Illustration: Thomas Hardtmann